DLR-Test geschafft: Was kommt danach?
DLR-Test geschafft? So liest du das Zertifikat mit Ratings A–D, und so geht es weiter: EFA-Bewerbung, Assessment Center, Medical Class 1 und Airline Fit.
MIC im DLR-Test erklärt: was der Multitasking-Test mit Joystick misst, wie er laut DLR-Infoblatt aufgebaut ist, welche Strategien helfen und wie du übst.
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MIC steht für Monitoring & Instrumentenkoordination: Du steuerst per Joystick Kurs und Höhe, hältst die Geschwindigkeit und löst parallel eine Höraufgabe. Gemessen werden laut DLR Psychomotorik und Mehrfacharbeit. Flugerfahrung brauchst du nicht, und das DLR rät von zu viel Simulator-Training ab.
Kaum ein Teil des DLR-Tests sorgt für so viele Fragen wie der MIC. Ein Joystick, mehrere Instrumente, dazu Zahlen über den Kopfhörer: Das klingt nach Flugsimulator und nach etwas, das man ohne Flugerfahrung kaum schaffen kann. Beides stimmt nicht. Der MIC ist laut DLR ausdrücklich keine realistische Flugsimulation, und Flugerfahrung ist laut einer weiteren im Netz zugänglichen Fassung des Infoblatts nicht erforderlich.
Dieser Artikel erklärt, was der MIC ist, was er misst und wie er aufgebaut ist, soweit das öffentlich belegt ist. Grundlage ist das Infoblatt des DLR «MIC – Monitoring and Instrument Coordination: information and recommendations». Im Netz zugänglich sind Kopien, darunter eine Fassung mit Datum 25.11.2004. Details können sich seither geändert haben, und je nach Verfahren kommen laut Erfahrungsberichten auch Pedale oder Schubhebel vor. Massgebend sind deshalb immer die Unterlagen, die du mit deiner Einladung erhältst.
Danach geht es um Strategien, um sinnvolles Üben zuhause und um die ehrliche Frage, was eine Handy-App zum MIC beitragen kann und was nicht.
MIC steht für «Monitoring & Instrumentenkoordination» (englisch: Monitoring and Instrument Coordination) und ist der Multitasking-Test des DLR mit Joystick. Du hältst vorgegebene Werte auf Cockpit-Instrumenten ein und bearbeitest gleichzeitig eine Zusatzaufgabe über den Kopfhörer.
Das DLR schreibt im Infoblatt, der Test sei nicht als realistische Flugsimulation gedacht. Er nutzt zwar Instrumente, die an ein Cockpit erinnern, aber Anzeige und Steuerverhalten sind eigens für den Test gebaut. Wer schon geflogen ist, dürfte deshalb nur einen begrenzten Vorteil haben, und wer noch nie einen Joystick in der Hand hatte, ist nicht chancenlos. Vor dem eigentlichen Test gibt es laut Infoblatt eine ausführliche Übungsphase, in der du dich an das System gewöhnen kannst.
Die EFA nennt Psychomotorik und Mehrfacharbeit ausdrücklich unter den Fähigkeiten, die das DLR-Zertifikat prüft (Stand: September 2026). Einen Überblick über alle Testteile findest du auf der Seite Was wird im DLR-Test getestet?, die Kurzfassung zum Joystick unter DLR-Test: MIC und Joystick.
Der MIC misst laut DLR-Infoblatt zwei Dinge: deine Psychomotorik und deine Fähigkeit zur Mehrfacharbeit. Dazu kommt, wie der Name sagt, das Überwachen von Instrumenten (Monitoring).
| Fähigkeit | Was das im Test bedeutet |
|---|---|
| Psychomotorik | Anzeigen in fein dosierte Handbewegungen am Joystick übersetzen |
| Mehrfacharbeit | mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeiten, ohne eine ganz fallen zu lassen |
| Monitoring | mehrere Instrumente regelmässig prüfen und Abweichungen früh bemerken |
Das passt zum Berufsbild: Im Cockpit fliegst du selten «nur». Du überwachst Anzeigen, hörst Funk, sprichst mit der Kollegin oder dem Kollegen und arbeitest Checklisten ab. Der MIC bildet nicht diese Tätigkeiten ab, sondern die Grundfähigkeit dahinter: Aufmerksamkeit sinnvoll zu verteilen, während die Hände präzise weiterarbeiten.
Wie das DLR die einzelnen Teilaufgaben gewichtet und auswertet, ist nicht öffentlich. Angaben zu Toleranzen oder Punktesystemen, die du in Foren findest, sind nicht belegt.
Laut DLR-Infoblatt zeigt der MIC drei Instrumente in der klassischen «Basic T»-Anordnung: Kompass, Höhenmesser und Fahrtmesser. Kurs und Höhe steuerst du mit dem Joystick, die Triebwerksleistung über Schaltflächen auf einem Touchscreen, und im letzten Abschnitt kommt eine Höraufgabe dazu.
| Element | Beschreibung laut DLR-Infoblatt (Fassung 2004) |
|---|---|
| Kompass | Kurs in Grad: N = 360°, O = 90°, S = 180°, W = 270° |
| Höhenmesser | Höhe in Fuss, digital und analog angezeigt |
| Fahrtmesser | Geschwindigkeit in Knoten |
| Joystick | verändert Kurs und Höhe; je länger und stärker der Ausschlag, desto schneller ändert sich der Wert |
| Triebwerksleistung | Schaltflächen auf dem Touchscreen |
| Höraufgabe | Zahlenreihen über Kopfhörer, Reaktion per Knopfdruck |
Die Anzeigen hängen zusammen, und das ist der Kern der Aufgabe. Im Horizontalflug erhöht mehr Leistung die Geschwindigkeit, weniger Leistung senkt sie. Steigst du bei gleicher Leistung, nimmt die Geschwindigkeit ab. Eine Korrektur an einer Stelle wirkt also auf ein anderes Instrument, das du danach wieder prüfen musst.
Die Schwierigkeit steigt stufenweise. Zuerst kommen einzelne Manöver wie «fliege Kurs 300°» oder «halte 5200 Fuss», dann Kombinationen wie «steige auf Kurs 300°» oder eine Rechtskurve im Sinkflug. Später sollst du zusätzlich die Geschwindigkeit über die Leistung konstant halten. Im letzten Abschnitt läuft die Höraufgabe parallel: Du hörst Zahlenreihen und drückst laut Infoblatt einen grünen Knopf nach der dritten geraden Zahl in Folge und einen roten nach der dritten ungeraden in Folge.
WichtigDas ist der Stand des öffentlich zugänglichen Infoblatts. Ob deine Version andere Bedienelemente oder eine andere Zusatzaufgabe enthält, steht in den Unterlagen zu deinem Termin. Lies sie vollständig, bevor du irgendetwas übst.
Die wirksamste Strategie ist eine klare Reihenfolge der Aufmerksamkeit: zuerst die Flugparameter stabil halten, dann die Zusatzaufgabe bedienen, und zwischen beidem in einem festen Rhythmus wechseln. Die folgenden Punkte sind allgemeine Prinzipien für Mehrfachaufgaben, keine offiziellen DLR-Tipps.
Prioritäten setzen («aviate first»). In der Fliegerei gilt der Grundsatz, zuerst das Flugzeug zu fliegen. Übertragen auf den MIC: Die Steueraufgabe läuft immer, die Höraufgabe kommt dazu. Das heisst nicht, die Zahlen zu ignorieren. Es heisst, dass du nach jeder Reaktion auf die Höraufgabe sofort mit den Augen zurück zu den Instrumenten gehst.
Ein festes Scan-Muster. Wandere mit dem Blick in immer derselben Reihenfolge über die Instrumente, zum Beispiel Kurs, Höhe, Geschwindigkeit und wieder von vorn. Bleib nirgends lange hängen. Wer ein Instrument fixiert, bis es perfekt steht, verliert meist die beiden anderen.
Kleine Korrekturen, ruhige Hand. Das Infoblatt beschreibt, dass der Wert sich umso schneller ändert, je stärker und länger du den Joystick auslenkst. Grosse Ausschläge führen deshalb leicht zum Überschiessen und zu einer Pendelbewegung um den Zielwert. Besser sind kleine Eingaben, kurz abwarten, Wirkung prüfen, nachkorrigieren.
Zusammenhänge vorausdenken. Wenn du steigst, wird die Geschwindigkeit fallen. Wer das weiss, passt die Leistung frühzeitig an und wartet nicht, bis der Fahrtmesser weit weg ist. Genau das empfiehlt das DLR: gründlich darüber nachdenken, wie sich die Anzeigen bei den verschiedenen Manövern verändern.
Die Höraufgabe nebenbei mitzählen. Für die Zahlenreihen reicht ein einfacher innerer Zähler: gerade, gerade, gerade ergibt eine Reaktion, und bei jedem Wechsel beginnt die Zählung neu. Halte den Zähler so schlicht wie möglich, damit er wenig Aufmerksamkeit bindet.
Fehler abhaken. Eine verpasste Zahl oder eine Abweichung ist vorbei, sobald sie passiert ist. Wer sich darüber ärgert, produziert den nächsten Fehler. Atme aus, geh zurück ins Scan-Muster und mach weiter. Mehr dazu im Artikel Stress & Mindset.
Du kannst zuhause drei Dinge sinnvoll üben: das Verständnis der Instrumente, den Umgang mit einem Joystick und das Arbeiten unter Doppelbelastung. Das DLR selbst rät dabei zur Zurückhaltung: Gegen Üben mit einem Flugsimulator spreche grundsätzlich nichts, aber man solle es nicht übertreiben.
Die Begründung im Infoblatt ist wichtig. Weder die Anzeige noch die Steuerdynamik des Tests (Empfindlichkeit, Turbulenzen, Trägheit) entsprechen einem handelsüblichen Simulator. Wer sehr intensiv mit einem Simulator übt, riskiert laut DLR, nicht mehr flexibel genug auf Änderungen der Aufgabe oder der Dynamik zu reagieren. Die drei Empfehlungen des DLR lauten sinngemäss:
Daraus ergibt sich ein vernünftiger Übungsplan:
Welche Desktop-Programme und Web-Angebote es gibt und worin sie sich unterscheiden, vergleicht der Artikel DLR-Test üben: Software und Apps im Vergleich. Eine kompakte Anleitung steht auch auf der Seite MIC trainieren.
Eine Handy-App kann den MIC nicht trainieren, weil ihm das Entscheidende fehlt: der Joystick und die kontinuierliche Steueraufgabe. Das gilt auch für den DLR Test Trainer: Die App trainiert zehn Testarten, den MIC erklärt sie nur auf einer Infoseite. Für die Steueraufgabe brauchst du Desktop-Software mit Joystick.
Was eine App beitragen kann, sind die Teilfähigkeiten, die im MIC zusammenkommen:
| Teilfähigkeit im MIC | Passendes Modul in der App |
|---|---|
| Informationen im Kopf behalten und laufend aktualisieren | VMC (visuelles Gedächtnis, n-back) |
| Zahlenfolgen über Kopfhörer verfolgen | RMS (Zahlen rückwärts, Audio) |
| Zeigerinstrumente schnell und sicher ablesen | OWT (Instrumente ablesen) |
| unter Audio-Belastung konzentriert bleiben | KRN (Kopfrechnen, Audio) |
Wie du diese Module trainierst, zeigen die Artikel zu RMS, OWT und KRN. Der Nutzen ist indirekt, aber real: Je weniger Kapazität das Zuhören und Ablesen kostet, desto mehr bleibt für die Hand am Joystick. Ein Ersatz für die offizielle Vorbereitungssoftware ist keine App, und der DLR Test Trainer ist ein unabhängiges Projekt ohne Verbindung zum DLR.
Die typischen Fehler im MIC haben weniger mit Talent zu tun als mit Aufmerksamkeit und Dosierung. Die folgende Liste beruht auf der Logik der Aufgabe, nicht auf einer offiziellen Auswertung.
MIC steht für Monitoring & Instrumentenkoordination, englisch Monitoring and Instrument Coordination. Es ist ein Multitasking-Test, bei dem du mit einem Joystick Werte auf Instrumenten hältst und gleichzeitig eine Zusatzaufgabe löst. Laut DLR misst er Psychomotorik und die Fähigkeit zur Mehrfacharbeit.