DLR-Test 2026: Der komplette Guide für angehende Piloten

Alles zur DLR-Eignungsuntersuchung Stufe 1: typischer Ablauf, alle 10 Testarten, Bewertung, Vorbereitungsdauer und wie du dich sinnvoll vorbereitest.

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Pilot im Cockpit blickt auf Instrumente vor dem Flug
Kurz gesagt

Der DLR-Test (DLR-Zertifikat Cockpit, Stufe 1) ist ein eintägiger Computertest vor Ort, in Hamburg etwa 08:00 bis 17:00 Uhr, mit Leistungstests, Wissenstests und Persönlichkeitsfragebogen. Das Ergebnis sind Ratings statt Prozente, gültig 2 Jahre; plane sechs bis acht Wochen Vorbereitung ein.

Wer Pilotin oder Pilot werden will, kommt an einem Punkt kaum vorbei: der DLR-Eignungsuntersuchung. Für viele angehende Airline-Piloten ist sie die erste echte Hürde im Auswahlprozess – oft noch vor dem eigentlichen Assessment der Airline oder Flugschule. Der Test prüft nicht dein Wissen über Flugzeuge, sondern grundlegende kognitive und psychologische Voraussetzungen: Wie schnell reagierst du, wie gut merkst du dir Dinge, wie belastbar bist du unter Zeitdruck.

Weil der Ablauf wenig bekannt ist und viele Bewerber zum ersten Mal davon hören, wenn die Einladung zur Untersuchung schon im Postfach liegt, wollen wir hier Klarheit schaffen: Was genau wird getestet, wer verlangt den Test überhaupt, und wie bereitest du dich realistisch vor, ohne dich in Gerüchten und Halbwissen zu verlieren.

Dieser Guide ist eine Übersicht. Für jedes der zehn Module gibt es einen eigenen, ausführlichen Artikel mit Strategien – hier findest du die Landkarte, die dir zeigt, wo du als Nächstes hinschauen solltest.

Was ist die DLR-Eignungsuntersuchung?

Der «DLR-Test» ist die computerbasierte psychologische Eignungsuntersuchung der Abteilung Luft- und Raumfahrtpsychologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Offiziell heisst die Variante, die du selbst buchen kannst, DLR-Zertifikat Cockpit. Das Ergebnis ist ein Zertifikat mit Bewertungen in vier Bereichen: mentale Leistung, operationelle Kompetenzen, Persönlichkeitseigenschaften und soziale Kompetenzen.

Im Auswahlverfahren einer Airline ist das Zertifikat die erste von mehreren Stufen:

Stufe 1 (DLR-Zertifikat, früher Berufsgrunduntersuchung BU/GU) ist der Testtag am Computer, um den es in diesem Guide und auf dieser ganzen Website geht. Er erfasst kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Reaktionsvermögen, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit und prüft Wissen in Englisch, Technik und Physik. Laut DLR gehören weder ein Assessment Center noch ein Interview dazu, und eine medizinische Untersuchung ist nicht Teil dieses Tages.

Stufe 2 (Assessment der Airline, früher Firmenqualifikation FQ) folgt erst nach der Bewerbung mit dem Zertifikat: Interviews, Gruppenübungen und Psychomotorik bei der Airline bzw. ihrem Assessment-Partner. Die flugmedizinische Tauglichkeit (EASA Class 1) kommt danach als eigener Schritt. Den ganzen Weg beschreibt der Artikel DLR-Test geschafft: Was kommt danach?.

Für die allermeisten Bewerberinnen und Bewerber ist Stufe 1 die erste Hürde, und genau darauf ist auch der DLR Test Trainer ausgerichtet.

WichtigDer genaue Ablauf, die Auswahl der Module und die Anforderungen können sich ändern und variieren je nach Airline. Verbindlich sind immer die offiziellen Informationen des DLR, deiner Airline oder Flugschule.

Wer braucht den DLR-Test?

Das DLR-Zertifikat ist der erste Schritt im Auswahlverfahren der Lufthansa Group über die European Flight Academy (EFA), also auch für SWISS, Edelweiss, Austrian und Eurowings. In der Schweiz kann ein SPHAIR-Zertifikat den DLR-Test ersetzen. Weitere Airlines und Flugschulen nutzen das Zertifikat oder eigene, verwandte Verfahren; eine Übersicht findest du unter Welche Airlines nutzen den DLR-Test?.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Airline akzeptiert das Zertifikat, und manche setzen auf ein eigenes Auswahlverfahren mit ähnlichen Testarten. Prüfe daher immer die Ausschreibung deines konkreten Programms. Wie der Weg bei den beiden grossen Airlines aussieht, steht in Pilot werden bei Lufthansa und Pilot werden bei SWISS.

Wie läuft die Untersuchung typischerweise ab?

Die Untersuchung dauert einen Tag und findet nur vor Ort statt. Laut DLR beginnt sie in Hamburg um 08:00 Uhr und endet gegen 17:00 Uhr; an anderen Standorten können die Zeiten abweichen. Das DLR nennt als Standorte Köln und Hamburg, ab Oktober 2026 zusätzlich Wien. Über den Webshop der EFA buchst du Termine in Hamburg, Mailand oder Zürich (Stand: September 2026). Ein typischer Tag sieht so aus:

  • Computerbasierte Leistungstests (CBT): eine Serie kurzer, konzentrierter Übungen zu Wahrnehmung, Gedächtnis, Reaktionsfähigkeit, räumlichem Denken und Mehrfacharbeit. Das ist der Teil, auf den sich dieser Guide und die App konzentrieren.
  • Wissenstests: Multiple-Choice-Fragen zu Englisch, technischem Verständnis und Physik, ergänzt um Kopfrechnen.
  • Persönlichkeitsfragebogen: ebenfalls am Computer.
  • Pausen zwischen den Blöcken, in denen du dich kurz erholen kannst. Nutze sie bewusst.
  • Ergebnis als Zertifikat mit Ratings statt einfacher Prozentzahlen. Laut DLR erhältst du es per E-Mail; es ist zwei Jahre gültig.

Mit der Einladung bekommst du Zugang zur offiziellen Vorbereitungssoftware. Das DLR empfiehlt, die Trainingseinheiten über drei Wochen zu verteilen; wie du das planst, steht in DLR-Termin steht: die letzten 3 Wochen. Erfahrungsberichte zeichnen ein recht konsistentes Bild des Tages, aber verlasse dich nicht auf Foren-Wissen als einzige Quelle.

Die 10 Testarten im Überblick

Die computerbasierten Leistungstests bestehen aus verschiedenen Modulen, die jeweils eine andere kognitive Fähigkeit prüfen. Hier eine kurze Übersicht – ausführliche Strategien findest du in den verlinkten Artikeln.

  • [SKT – Dreieckstest](/blog/skt-dreieckstest): Du vergleichst fortlaufend erscheinende Dreiecke mit dem jeweils vorherigen und reagierst nach festen Regeln. Prüft Reaktionsgeschwindigkeit und Regelanwendung unter Druck.
  • [VMC – Visuelles Gedächtnis](/blog/vmc-visuelles-gedaechtnis): Symbole erscheinen nacheinander, du musst erkennen, ob das aktuelle mit einem vor mehreren Schritten gezeigten übereinstimmt (n-back-Prinzip).
  • [RMS – Zahlen rückwärts](/blog/rms-zahlen-merken): Eine Ziffernfolge wird per Kopfhörer vorgelesen; danach gibst du so viele Ziffern wie möglich rückwärts ein.
  • [KRN – Kopfrechnen](/blog/krn-kopfrechnen): Rechenaufgaben werden nur vorgelesen, du musst sie im Kopf lösen und das Ergebnis eintippen.
  • [OWT – Instrumente ablesen](/blog/owt-instrumente-ablesen): In einem Raster aus Zeigerinstrumenten musst du gezielt die kritischen Instrumente erkennen und ablesen.
  • [PPT – Würfelklappen](/blog/ppt-wuerfelklappen): Räumliches Vorstellungsvermögen: Welcher gefaltete Würfel passt zum gezeigten Würfelnetz?
  • [WFG – Wegfiguren](/blog/wfg-wegfiguren): Eine verschlungene Linie wird gedanklich abgefahren, dabei zählst du Kurven in eine bestimmte Richtung.
  • [TVT – Technisches Verständnis](/blog/tvt-technisches-verstaendnis): Multiple-Choice-Fragen zu Mechanik, Elektrik, Wärme, Optik und Hydraulik.
  • [PHY – Physik](/blog/phy-physik): Formelnähere Multiple-Choice-Fragen zu Kräften, Energie, Elektrizität und Wellen.
  • [ENS – Englisch](/blog/ens-englisch): Grammatik, Wortschatz und Redewendungen auf solidem B2-Niveau.

Zusätzlich gibt es das MIC-Verfahren (Monitoring & Instrumentenkoordination), bei dem mit Joystick und Pedalen mehrere Aufgaben parallel überwacht und gesteuert werden, sowie einen PSY-Persönlichkeitsfragebogen. Beide lassen sich in der App nicht trainieren – MIC wird dort nur als Info erklärt –, weshalb wir uns in der Vorbereitung auf die zehn oben genannten, trainierbaren Module konzentrieren.

Wie wird bewertet?

Die genaue Bewertungsmethodik der DLR ist nicht vollständig öffentlich, aber aus Erfahrungsberichten und den allgemein bekannten Grundprinzipien lässt sich Folgendes sagen: Die CBT-Module werden meist zu Ratings zusammengefasst – oft auf einer Buchstabenskala, bei der die besten Kategorien in der Regel ausreichen, während schwächere Ergebnisse zusätzliche Auflagen oder ein Nichtbestehen bedeuten können. Bei den Wissenstests wie Englisch gilt häufig: Ein gutes Rating reicht, bei schwächeren Ergebnissen kann zusätzlich ein anerkanntes Sprachzertifikat verlangt werden.

Wichtig: Es zählt in der Regel nicht nur Genauigkeit oder nur Geschwindigkeit, sondern eine Kombination – wer nur schnell, aber ungenau arbeitet, verliert ebenso Punkte wie wer akkurat, aber zu langsam ist. Deshalb ist "erst sauber, dann schnell" für fast alle Module eine sinnvolle Grundstrategie.

Konkrete Durchfallquoten als feste Zahl zu nennen, wäre unseriös – sie kursieren zwar in Foren, sind aber nicht offiziell belegt und schwanken je nach Airline, Jahrgang und Anforderungsprofil erheblich. Nimm solche Zahlen bestenfalls als groben Anhaltspunkt, nicht als Fakt.

Wie lange solltest du dich vorbereiten?

Die kognitiven Module lassen sich tatsächlich trainieren – nicht, weil du "schlauer" wirst, sondern weil du die Aufgabenmechanik, dein Tempo und deine Fehlerquellen kennenlernst. Die meisten Kandidatinnen und Kandidaten fahren gut mit einer Vorbereitungszeit von etwa sechs bis acht Wochen, mit kurzen, aber regelmässigen Einheiten von 20 bis 45 Minuten statt seltenen Marathon-Sessions.

Einen konkreten, strukturierten Fahrplan dafür findest du in unserem 8-Wochen-Trainingsplan: Woche für Woche, mit klaren Fokus-Modulen und der Frage, wann du eine vollständige Prüfungssimulation einbauen solltest.

Wie herausfordernd der Test für dich persönlich ist, hängt stark davon ab, wie vertraut dir die einzelnen Aufgabentypen bereits sind. Einen realistischeren Blick darauf, was Kandidat:innen tatsächlich schwerfällt, geben wir im Artikel Wie schwer ist der DLR-Test?.

Typische Fehler bei der Vorbereitung

  • Nur einmalig "reinschauen" statt regelmässig üben. Die Module trainieren Reaktionsmuster – die entstehen durch Wiederholung, nicht durch einmaliges Antesten kurz vor dem Termin.
  • Sich ausschliesslich auf ein Modul konzentrieren, das man mag, und die unangenehmen ignorieren. Gerade RMS, KRN und OWT werden oft unterschätzt, weil sie ungewohnter sind als etwa Multiple-Choice-Wissen.
  • Zu spät mit der Prüfungssimulation beginnen. Eine realistische Simulation mit allen Modulen am Stück, ohne Pausen und Feedback, fühlt sich anders an als isoliertes Einzeltraining – das solltest du vorher mindestens einmal erlebt haben.
  • Sich von Foren-Gerüchten verunsichern lassen. Viele kursierende "Insider-Tipps" sind veraltet oder falsch übertragen. Bleib bei nachvollziehbaren Strategien statt bei Angstmache.
  • Den Kopf, aber nicht den Zustand trainieren. Schlafmangel, Nervosität und Anspannung wirken sich messbar auf Reaktionszeit und Merkfähigkeit aus. Unser Artikel zu Stress & Mindset geht genauer darauf ein, wie du am Testtag ruhig und fokussiert bleibst.

Checkliste vor dem Test

  • Termin, Ort und benötigte Unterlagen rechtzeitig bestätigt
  • Ausreichend Schlaf in den Nächten vor dem Test eingeplant
  • Alle 10 Modultypen mindestens einmal in Ruhe geübt
  • Mindestens eine vollständige Prüfungssimulation unter realistischen Bedingungen durchlaufen
  • Eigene Schwachstellen identifiziert und gezielt nachtrainiert
  • Kopfhörer-Situation für Hörtests (RMS, KRN) vertraut, Lautstärke getestet
  • Anfahrt und Zeitpuffer für den Testtag geplant

Wer diese Punkte abhaken kann, geht deutlich entspannter in die Untersuchung. Für das gezielte Training der einzelnen Module – jeweils mit neu generierten Aufgaben, Ampel-Feedback und Fehleranalyse – kannst du den DLR Test Trainer nutzen, der genau auf diese zehn CBT-Module ausgerichtet ist.

Quellen

Dieser Guide stützt sich auf öffentlich zugängliche Informationen des DLR und der Flugschulen sowie auf Erfahrungsberichte von Bewerberinnen und Bewerbern; Ablauf und Module können sich ändern. Verbindlich sind die Unterlagen, die du mit der Einladung erhältst.

Häufige Fragen

Nicht ganz. Die DLR-Grunduntersuchung ist ein eigenständiges, standardisiertes Verfahren, das von mehreren Airlines und Flugschulen als Teil ihres Auswahlprozesses genutzt wird. Das gesamte Assessment einer Airline kann zusätzlich eigene Interviews, Gruppenübungen oder weitere Tests umfassen, die über die DLR-Untersuchung hinausgehen.

Geschrieben vonNoa Walser

Entwickelt DLR Test Trainer und bereitet sich selbst auf den DLR-Test vor. Schreibt hier über Testarten, Strategien und den Weg ins Cockpit – unabhängig, mit Quellen und ohne Originalaufgaben. Mehr über mich