Pilot Gehalt 2026: Lufthansa, Eurowings und SWISS

Was verdient ein Pilot 2026? Einstiegslohn als Copilot, Entwicklung bis Kapitän, Abzüge für Darlehen und Brain Capital bei Lufthansa, Eurowings und SWISS.

Read this article in English
Zwei Piloten im Cockpit eines Verkehrsflugzeugs, von hinten fotografiert
Kurz gesagt

Laut Medienberichten steigen Copiloten bei Lufthansa mit rund 90'000 €, bei Eurowings mit rund 74'000 € und bei SWISS mit rund CHF 89'000 pro Jahr ein. Kapitäne erreichen bis rund 300'000 €, 214'000 € bzw. CHF 220'000. In den ersten Jahren gehen davon die Ausbildungsraten ab.

Wer über eine Pilotenausbildung nachdenkt, landet früher oder später bei derselben Frage: Was verdiene ich danach eigentlich? Die Frage ist berechtigt, denn die Ausbildung kostet einen sechsstelligen Betrag, und die meisten finanzieren sie über ein Darlehen oder einen Bildungsfonds. Der Lohn entscheidet also mit darüber, ob die Rechnung für dich aufgeht.

Dieser Artikel sammelt, was sich im September 2026 belegen lässt. Wichtig vorab: Airlines veröffentlichen ihre Lohntabellen nicht. Alle Zahlen hier stammen aus Medienberichten und sind jeweils mit Quelle und Datum genannt. Tarifverträge und Gesamtarbeitsverträge ändern sich, und sowohl bei SWISS als auch bei Lufthansa wird 2026 verhandelt. Nimm die Zahlen als Grössenordnung, nicht als Zusage.

Was verdient ein Pilot 2026 bei Lufthansa, Eurowings und SWISS?

Laut Medienberichten liegt der Einstieg als Copilot bei rund 90'000 € (Lufthansa), rund 74'000 € (Eurowings) und rund CHF 89'000 (SWISS) brutto pro Jahr. Erfahrene Kapitäne erreichen bis rund 300'000 €, rund 214'000 € bzw. rund CHF 220'000.

AirlineCopilot Einstieg (pro Jahr)Kapitän, obere Stufen (pro Jahr)Quelle
Lufthansarund 90'000 €bis rund 300'000 €frankfurtflyer.de, 15.10.2025
Eurowingsrund 74'000 €bis rund 214'000 €frankfurtflyer.de, 15.10.2025
SWISSrund CHF 89'000rund CHF 220'000Blick, 9.11.2025

Stand: September 2026, Bruttowerte. Der Bericht von frankfurtflyer.de beruft sich auf die Süddeutsche Zeitung und auf Unternehmensangaben; die Lufthansa-Zahl für den Einstieg versteht sich dort inklusive Zulagen. Derselbe Bericht nennt zusätzlich rund 23'000 € pro Jahr, die Lufthansa nach eigenen Angaben pro Pilotin oder Pilot in die Altersvorsorge einzahlt. Für die weiteren Flugbetriebe der Gruppe wie Discover Airlines oder City Airlines spricht der Bericht von noch tieferen Lohnstrukturen als bei Eurowings, nennt aber keine Zahlen. Deshalb stehen sie nicht in der Tabelle.

Was verdient ein Copilot bei SWISS?

Ein First Officer startet bei SWISS laut Blick vom 9.11.2025 mit rund CHF 89'000 pro Jahr. Eine feinere Aufschlüsselung nach Dienstjahren lieferte 20 Minuten am 26.10.2022 zum damals neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) 2023.

Funktion bei SWISSDienstjahreMonatslohn laut 20 Minuten (26.10.2022)
First Officer, Einstieg1. JahrCHF 6'378 (vor der Erhöhung um 4.3 % für 2023)
First Officer Kurzstreckeab 6 Jahrenrund CHF 8'215
First Officer Langstreckeab 19 Jahrenrund CHF 13'518
Captain Kurzstreckeab 19 Jahrenrund CHF 13'566
Captain Langstreckeobere Stufenüber CHF 16'000

Diese Monatswerte sind fast vier Jahre alt und zeigen vor allem die Struktur: Der Lohn steigt mit jedem Dienstjahr, die grossen Sprünge kommen mit der Langstrecke und dem Upgrade zum Captain. Die Jahreszahl aus dem Blick ist aktueller.

Ein Detail aus dem Bericht von 20 Minuten ist für dich besonders wichtig: Jungen Pilotinnen und Piloten werden rund CHF 1'000 pro Monat für die Ausbildungskosten abgezogen. Das deckt sich mit dem heutigen Finanzierungsmodell der European Flight Academy (EFA) in der Schweiz, bei dem das SWISS-Ausbildungsdarlehen in 90 Monatsraten à CHF 1'000 plus Zins zurückgezahlt wird. Wie du überhaupt in dieses Cockpit kommst, steht im Artikel Pilot werden bei SWISS.

Was verdient ein Pilot bei Lufthansa und Eurowings?

Bei Lufthansa steigt ein Copilot laut frankfurtflyer.de vom 15.10.2025 mit rund 90'000 € brutto pro Jahr ein, bei Eurowings mit rund 74'000 €. Kapitäne kommen laut demselben Bericht bei Lufthansa auf bis rund 300'000 €, bei Eurowings auf bis rund 214'000 €.

Der Unterschied zwischen den beiden Airlines ist kein Zufall, sondern Tarifpolitik. Innerhalb der Lufthansa Group gelten je nach Flugbetrieb unterschiedliche Vergütungstarifverträge. Der Titel des zitierten Berichts spricht deshalb von einer «Gehaltsschere im Cockpit». Für dich als Bewerberin oder Bewerber heisst das: Nach der Ausbildung an der EFA folgt als letzter Schritt des Auswahlverfahrens der Airline Fit, das Einstellungsgespräch bei einer Airline der Gruppe. Bei welcher Airline du anfängst, bestimmt auch, welcher Tarifvertrag für dich gilt. Eurowings wirbt laut EFA mit eigenen Vorteilen und einer priorisierten Einstellungsabsicht für geeignete Flugschülerinnen und Flugschüler.

Die rund 23'000 € Altersvorsorge pro Jahr siehst du nicht auf dem Lohnzettel, sie gehören aber zum Gesamtpaket. Den ganzen Weg von der Bewerbung bis zum Airline Fit beschreibt der Artikel Pilot werden bei Lufthansa über die EFA.

Wovon hängt der Lohn im Cockpit ab?

Der Lohn hängt vor allem von Airline, Tarifvertrag und Dienstjahren ab, nicht von deiner individuellen Verhandlung. Im Cockpit gibt es in der Regel feste Tabellen.

  • Airline und Tarifvertrag bzw. GAV: Sie legen die Lohntabelle fest. Zwei Airlines derselben Gruppe können deutlich auseinanderliegen.
  • Dienstjahre (Senioritätsprinzip): Jedes Jahr bringt eine Stufe. Wer die Airline wechselt, beginnt meist wieder unten. Laut Blick ist genau das ein Grund, warum erfahrene Pilotinnen und Piloten selten wechseln.
  • Funktion: Das Upgrade vom First Officer zum Captain ist der grösste Einzelschritt. Wann er kommt, hängt vom Bedarf der Airline und von deiner Seniorität ab.
  • Flugzeugmuster: Langstrecke wird in der Regel besser bezahlt als Kurzstrecke, wie die SWISS-Tabelle oben zeigt.
  • Zulagen und Spesen: Je nach Vertrag kommen variable Bestandteile dazu, die von deinen Einsätzen abhängen.
  • Teilzeit: Wo eine Airline Teilzeitmodelle anbietet, sinkt der Lohn entsprechend dem Pensum.

Eine feste Zahl dafür, wann du Captain wirst, gibt es nicht. Wer dir eine verspricht, rät.

Wie viel bleibt in den ersten Jahren wirklich übrig?

Weniger, als die Bruttozahl vermuten lässt: In den ersten Jahren gehen zusätzlich zu Steuern und Sozialabgaben die Raten für die Ausbildung ab. Bei der EFA Deutschland sind das laut EFA 12 % vom Bruttoeinkommen an den Bildungsfonds Brain Capital, bei SWISS CHF 1'000 pro Monat für das Ausbildungsdarlehen.

Die folgende Tabelle ist ein reines Rechenbeispiel. Sie kombiniert die Medienzahlen zum Einstiegslohn mit den veröffentlichten Rückzahlungsparametern und ist keine Prognose für deinen Fall.

Beispiel (Einstieg als Copilot)Bruttolohn pro JahrAusbildungsrate pro JahrAnteil am Brutto
Lufthansa mit Brain Capital (12 %)rund 90'000 €rund 10'800 €12 %
Eurowings mit Brain Capital (12 %)rund 74'000 €rund 8'880 €12 %
SWISS mit Ausbildungsdarlehenrund CHF 89'000CHF 12'000 plus Zinsrund 13 %

Zu den Parametern: Brain Capital finanziert laut EFA 120'000 € der 130'000 € Ausbildungskosten. Die Rückzahlung beginnt erst ab einem Jahreseinkommen von 30'000 € brutto, beträgt beim vollen Finanzierungsbetrag 12 % vom Brutto, läuft über höchstens elf Zahlungsjahre und ist nach oben begrenzt. Spätestens nach 20 Jahren enden alle Verpflichtungen. Weil der Satz am Einkommen hängt, steigt die Rate mit deinem Lohn. Bei SWISS bleibt sie fix: 90 Monate, also siebeneinhalb Jahre, je CHF 1'000 plus Zins gemäss den Richtlinien der ESTV.

Vom Rest gehen Steuern, Sozialversicherungen und Lebenshaltungskosten ab. Wie viel das ist, hängt von Wohnort, Familienstand und Land ab und lässt sich hier nicht seriös beziffern. Alle Details zu Kosten, Bundesbeiträgen und Eigenanteil findest du im Artikel Pilotenausbildung: Kosten und Finanzierung.

WichtigDieser Artikel ist keine Finanzberatung. Verbindlich sind nur dein Arbeitsvertrag, der dann gültige Tarifvertrag bzw. GAV und die Vertragsunterlagen von Brain Capital oder SWISS.

Schweiz oder Deutschland: Wo verdienst du als Pilot mehr?

Beim Einstieg liegen die Medienzahlen für SWISS (rund CHF 89'000) und Lufthansa (rund 90'000 €) nominal nah beieinander, Eurowings liegt tiefer. An der Spitze nennen die Berichte für Lufthansa-Kapitäne mit bis rund 300'000 € höhere Werte als für SWISS mit rund CHF 220'000. Ein sauberer Vergleich ist trotzdem schwierig.

Erstens sind es zwei Währungen, und der Wechselkurs schwankt. Zweitens unterscheiden sich Steuern, Sozialabgaben, Krankenkassensystem und Lebenshaltungskosten zwischen der Schweiz und Deutschland deutlich. Drittens sind die Pakete verschieden gebaut: Lufthansa zahlt laut Unternehmensangaben rund 23'000 € pro Jahr in die Altersvorsorge, während die Pensionskasse in der Schweiz anders organisiert ist. Viertens unterscheidet sich die Ausbildungsfinanzierung: In der Schweiz übernimmt der Bund laut EFA CHF 60'000 für Schweizerinnen und Schweizer, in Deutschland finanziert ein Bildungsfonds fast den ganzen Betrag.

Die ehrliche Antwort lautet: Beide Wege führen laut den Berichten zu sehr guten Löhnen. Die Wahl sollte eher von Staatsbürgerschaft, Wohnort, Sprache und davon abhängen, wo du leben willst. Welche Airlines überhaupt auf das DLR-Verfahren setzen, zeigt der Überblick Welche Airlines nutzen den DLR-Test?.

Wie ist die Lage bei GAV und Tarifvertrag 2026?

Beide Lohnsysteme sind 2026 in Bewegung: Der SWISS-GAV läuft Ende 2026 aus, und bei Lufthansa läuft eine Schlichtung zu Betriebsrente und Vergütungstarifvertrag.

SWISS: Der GAV 2023 gilt von Januar 2023 bis Ende 2026. Laut SRF vom 25.11.2025 hat der Pilotenverband Aeropers den Vertrag gekündigt; 85 % der teilnehmenden Mitglieder stimmten dafür. Im Zentrum stehen laut SRF und Blick höhere Löhne und mehr Einfluss auf die Einsatzplanung. Laut airliners.de vom 27.7.2026 laufen die Verhandlungen seit April 2026 und waren zu diesem Zeitpunkt ins Stocken geraten. Ob es vor dem Auslaufen eine Einigung gibt, war bei Redaktionsschluss offen. Der Hintergrund: SWISS braucht laut eigener Mitteilung vom 11.3.2025 rund 110 neue Pilotinnen und Piloten pro Jahr, und laut Blick konnten zuletzt von 32 ausgeschriebenen Stellen nur 6 besetzt werden.

Lufthansa: Laut aero.de vom 10.8.2026 haben Lufthansa und die Vereinigung Cockpit eine Schlichtung vereinbart. Themen sind die betriebliche Altersversorgung und ein neuer Vergütungstarifvertrag, betroffen sind unter anderem Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings. Das Verfahren soll laut Bericht bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Für dich heisst das: Die Zahlen in diesem Artikel können sich schon 2027 verschieben. Wer heute die Auswahl beginnt, steigt ohnehin erst nach rund zwei Jahren Ausbildung ein und damit unter einem Vertrag, den es heute noch nicht gibt.

Was heisst das für deine Entscheidung?

Die ersten Jahre sind finanziell solide, wegen der Ausbildungsraten aber nicht üppig. Richtig attraktiv wird der Lohn erst mit den Dienstjahren.

Vor dem ersten Lohn steht ausserdem das Auswahlverfahren. Bei der EFA beginnt es in Deutschland wie in der Schweiz mit dem DLR-Zertifikat (in der Schweiz alternativ mit SPHAIR). Was dort geprüft wird, erklärt der DLR-Test-Guide; was das Zertifikat genau ist, beantwortet die Seite Was ist das DLR-Zertifikat?, und die Gebühren findest du unter Was kostet der DLR-Test?. Wie es nach einem guten Ergebnis weitergeht, liest du in DLR-Test bestanden: Was kommt danach?.

Zur Vorbereitung gibt es die offizielle Software des DLR und ergänzend Apps wie den DLR Test Trainer, ein unabhängiges Projekt ohne Verbindung zum DLR, das zehn Testarten auf dem iPhone trainiert.

Quellen

Häufige Fragen

Laut Medienberichten rund 90'000 € bei Lufthansa und rund 74'000 € bei Eurowings (frankfurtflyer.de, 15.10.2025) sowie rund CHF 89'000 bei SWISS (Blick, 9.11.2025), jeweils brutto pro Jahr. Die Airlines veröffentlichen ihre Lohntabellen nicht selbst. Tarifverträge ändern sich, die Zahlen sind deshalb eine Grössenordnung mit Stand September 2026.

Geschrieben vonNoa Walser

Entwickelt DLR Test Trainer und bereitet sich selbst auf den DLR-Test vor. Schreibt hier über Testarten, Strategien und den Weg ins Cockpit – unabhängig, mit Quellen und ohne Originalaufgaben. Mehr über mich