Pilotenausbildung: Kosten und Finanzierung (DE & CH)

Was kostet die Pilotenausbildung 2026? EFA Deutschland 130'000 €, Schweiz CHF 150'000: Brain Capital, Bundesbeitrag, SWISS-Darlehen, BAföG und Nebenkosten erklärt.

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Flugzeuge auf dem Vorfeld eines Flughafens bei Sonnenuntergang
Kurz gesagt

Die Ausbildung an der European Flight Academy kostet in Deutschland 130'000 € (10'000 € Eigenanteil, 120'000 € über Brain Capital) und in der Schweiz CHF 150'000. Schweizer:innen mit SWISS-Finanzierung zahlen dank CHF 60'000 Bundesbeitrag und CHF 90'000 Darlehen vorab nichts. Stand: September 2026.

Die Pilotenausbildung gehört zu den teuersten Berufsausbildungen überhaupt. Für viele ist das der Punkt, an dem der Traum vom Cockpit zum ersten Mal wackelt: Woher sollen mit 19 oder 25 Jahren mehr als hunderttausend Euro oder Franken kommen?

Auf dem Weg über die European Flight Academy (EFA), die Flugschule der Lufthansa Group, musst du den Betrag in der Regel nicht vorab auf dem Konto haben. In Deutschland finanziert ein Bildungsfonds den grössten Teil, in der Schweiz teilen sich Bund und SWISS die Summe. Geschenkt ist davon aber wenig: Du zahlst später aus deinem Lohn zurück, und an den Modellen hängen Bedingungen.

Dieser Artikel erklärt beide Modelle mit den Zahlen, die die EFA, SWISS und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) veröffentlichen (Stand: September 2026). Konditionen können sich ändern, und der Artikel ist keine Finanzberatung. Verbindlich sind die aktuellen Angaben und Verträge der jeweiligen Stelle.

Was kostet die Pilotenausbildung 2026?

An der EFA kostet die Ausbildung zur Verkehrspilotin oder zum Verkehrspiloten laut EFA 130'000 € in Deutschland und CHF 150'000 in der Schweiz (Stand: September 2026). Die Ausbildung dauert laut EFA-FAQ rund 24 Monate, ohne das anschliessende Type Rating.

Im Paket enthalten sind laut EFA Theorie und Praxis, Lernmaterial, Prüfungen, der Flug in die USA, die Unterkunft während der US-Phase und die Uniform. In der Schweiz ist zusätzlich die Unterkunft in Grenchen inklusive. Nicht enthalten sind einige Nebenkosten wie das DLR-Zertifikat und das Medical, dazu weiter unten mehr.

Früher (2022) nannte die EFA für Deutschland 105'000 € bei 30'000 € Eigenanteil; heute ist der Preis höher, der Betrag vorab aber deutlich tiefer. Was du nach der Ausbildung verdienst, steht im Artikel Pilot Gehalt 2026.

Wie wird die Ausbildung an der EFA in Deutschland finanziert?

In Deutschland bringst du laut EFA 10'000 € Eigenanteil mit, die restlichen 120'000 € stellt der Bildungsfonds Brain Capital bereit. Zurückgezahlt wird einkommensabhängig, sobald du arbeitest.

Wie funktioniert Brain Capital?

Brain Capital ist kein klassischer Kredit mit fixer Rate, sondern ein sogenanntes Income Share Agreement: Du zahlst später einen festen Prozentsatz deines Bruttoeinkommens. Die EFA nennt dafür diese Eckwerte (Stand: September 2026):

  • Finanziert werden bis zu 120'000 €.
  • Die Zahlungen beginnen erst nach der Ausbildung und erst, wenn dein Bruttojahreseinkommen 30'000 € erreicht. In Jahren darunter zahlst du nichts.
  • Beim vollen Finanzierungsbetrag beträgt der Satz 12 % vom Bruttoeinkommen, über höchstens elf Zahlungsjahre.
  • Die Zahlungen sind nach oben begrenzt. Nimmst du eine Stelle im Cockpit einer Airline der Lufthansa Group an, wird laut EFA im Vergleich zu einem klassischen Bildungskredit ein Zinssatz von 8.0 % nicht überschritten. Für eine Tätigkeit ausserhalb des Cockpits nennt die EFA-FAQ 14 % als Obergrenze.
  • Spätestens nach 20 Jahren enden alle Verpflichtungen, egal wie viel du bis dahin gezahlt hast.

Verdienst du wenig oder nichts, zahlst du wenig oder nichts. Verdienst du gut, zahlst du mehr, bis zur Obergrenze. Ob das für dich günstiger ist als ein Bankkredit, hängt von deinem späteren Einkommen ab und lässt sich vorab nicht sicher sagen.

Wer übernimmt den Eigenanteil von 10'000 €?

Den Eigenanteil bringst du selbst auf, zum Beispiel über Ersparnisse, die Familie oder einen Privatkredit. Die EFA nennt dafür den Finanzpartner Albatros. Für qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber mit nachgewiesenem Förderbedarf kann das Förderprogramm der Lufthansa Group den Eigenanteil von 10'000 € übernehmen; die EFA-FAQ verweist beim Nachweis auf BAföG-Unterlagen. Eurowings wirbt laut EFA zusätzlich mit eigenen Vorteilen und einer priorisierten Einstellungsabsicht.

Gibt es BAföG für die Pilotenausbildung?

Ja, die Ausbildung an der EFA ist laut EFA BAföG-fähig, und zwar seit dem 1. Oktober 2019. Ob und wie viel du bekommst, entscheidet das zuständige BAföG-Amt nach deiner persönlichen Situation. BAföG deckt nicht die Ausbildungskosten, kann aber beim Lebensunterhalt während der Ausbildung helfen. Den ganzen Weg in Deutschland beschreibt der Artikel Pilot werden bei Lufthansa über die EFA.

Wie wird die Ausbildung in der Schweiz finanziert?

In der Schweiz setzt sich die Finanzierung aus einem Bundesbeitrag und einem Ausbildungsdarlehen von SWISS zusammen. Schweizerinnen und Schweizer mit SWISS-Finanzierung brauchen laut EFA keinen Eigenanteil, Bürgerinnen und Bürger aus EU- und EFTA-Staaten CHF 24'000 (CHF 10'000 vor Ausbildungsbeginn, CHF 14'000 während der Ausbildung).

Die CHF 150'000 werden in drei Raten fällig: CHF 40'000, CHF 50'000 und CHF 60'000. Kantonsbeiträge nach der interkantonalen Vereinbarung (HFSV) sind in diesem Preis laut EFA bereits berücksichtigt. Ausgebildet wird in Grenchen und in Phoenix (USA).

Bundesbeitrag: Der Bund unterstützt die Ausbildung über die Verordnung über die Finanzhilfen für Ausbildungen im Bereich der Luftfahrt (VFAL). Laut EFA sind das CHF 60'000 für Schweizerinnen und Schweizer und CHF 36'000 für EU/EFTA-Staatsangehörige. Das BAZL knüpft die Finanzhilfe an Bedingungen. Unter anderem muss innerhalb eines Jahres nach Abschluss eine Anstellung bei einem Schweizer Flugbetrieb (AOC) beginnen. Das BAZL empfiehlt, das Medical Class 1 vor dem Gesuch zu machen, und weist auf Bearbeitungszeiten von rund sechs Monaten hin.

SWISS-Ausbildungsdarlehen: SWISS gewährt ein Darlehen von CHF 90'000. Es kann laut EFA kleiner ausfallen, wenn du eigenes Kapital einbringst. Voraussetzung ist ein positives Pre-Airline-Fit-Gespräch im Auswahlverfahren. Zurückgezahlt wird nach Stellenantritt in 90 Monatsraten à CHF 1'000 plus Zins gemäss den Richtlinien der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV).

SWISS hat dieses Modell am 11.3.2025 angekündigt: Seit Juni 2025 ist keine Vorfinanzierung durch die Flugschülerinnen und Flugschüler mehr nötig. Als Grund nennt die Airline ihren Bedarf von rund 110 neuen Pilotinnen und Piloten pro Jahr. Die Konditionen für das Edelweiss-Programm waren laut EFA-Seite im September 2026 noch in Abstimmung. Mehr zum Schweizer Weg liest du in Pilot werden bei SWISS.

Welche Nebenkosten kommen zur Ausbildung dazu?

Zusätzlich zum Ausbildungspreis zahlst du laut EFA selbst: das DLR-Zertifikat, die flugmedizinischen Untersuchungen, das US-Visum und ein iPad. Das gilt in Deutschland wie in der Schweiz.

PostenWas dazu belegt ist (Stand: September 2026)
DLR-ZertifikatÜber den EFA-Webshop regulär 427 €; mit Herbstaktion 327 € für Termine bis 31.12.2026 (Rabattcode, einmal pro Person, nicht umbuchbar). Direkt beim DLR 2026: 417.69 € zzgl. MwSt.
MedicalLaut EFA EASA Class 1 und FAA Class 3. Der Preis hängt vom flugmedizinischen Zentrum ab.
US-VisumGebühren gemäss US-Behörden, selbst zu tragen.
iPadApple iPad mit Zubehör, für die Ausbildung vorgeschrieben.

Dazu kommen Verpflegung und private Ausgaben während der Ausbildung sowie die Anreise zu DLR-Test und Assessment Center. Details zur Testgebühr stehen unter Was kostet der DLR-Test?, und was das Zertifikat genau ist, erklärt Was ist das DLR-Zertifikat?.

Deutschland oder Schweiz: Wie unterscheiden sich die Modelle?

Der Hauptunterschied: In Deutschland zahlst du einkommensabhängig einen Prozentsatz zurück, in der Schweiz eine fixe Monatsrate, und der Bund übernimmt dort einen grossen Teil als Finanzhilfe.

PunktEFA DeutschlandEFA Schweiz (SWISS-Finanzierung)
Ausbildungspreis130'000 €CHF 150'000 (drei Raten)
Öffentliche BeiträgeBAföG-fähig (individuell)Bund: CHF 60'000 (CH) bzw. CHF 36'000 (EU/EFTA); Kantonsbeiträge schon abgezogen
Eigenanteil10'000 € (LHG-Förderprogramm kann ihn übernehmen)CHF 0 (CH) bzw. CHF 24'000 (EU/EFTA)
Finanzierter Betrag120'000 € über Brain CapitalCHF 90'000 SWISS-Darlehen
Rückzahlung12 % vom Brutto, max. elf Zahlungsjahre, nur ab 30'000 € Jahreseinkommen90 Monatsraten à CHF 1'000 plus Zins (ESTV)
Obergrenze und EndeGedeckelt; spätestens nach 20 Jahren enden alle PflichtenFixer Betrag, Ende nach 90 Raten
Wichtige BedingungAuswahlverfahren bestandenPositives Pre-Airline-Fit; Bundesbeitrag: Anstellung bei Schweizer AOC innert eines Jahres

Welches Modell in Frage kommt, entscheiden meist Staatsbürgerschaft, Schulabschluss und Sprache. Die Schweizer Voraussetzungen verlangen unter anderem Deutsch auf Niveau B2 und eine Körpergrösse von 160 bis 198 cm. Einen Überblick gibt die Seite DLR-Test: Voraussetzungen.

Wie sieht die Rückzahlung in einem Rechenbeispiel aus?

Die folgenden Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel und keine Prognose. Sie verwenden nur die veröffentlichten Parameter. Die Einstiegslöhne stammen aus Medienberichten (frankfurtflyer.de vom 15.10.2025, Blick vom 9.11.2025).

Beispiel Deutschland (Brain Capital, 12 % vom Brutto):

BruttojahreseinkommenZahlung pro JahrZahlung pro Monat
unter 30'000 €0 €0 €
74'000 € (Eurowings-Einstieg laut Medienbericht)8'880 €740 €
90'000 € (Lufthansa-Einstieg laut Medienbericht)10'800 €900 €
120'000 € (frei gewählter Wert)14'400 €1'200 €

Steigt dein Lohn mit den Dienstjahren, steigen auch die Zahlungen. Die Gesamtsumme über die elf Zahlungsjahre hängt von deinem Lohnverlauf ab und ist durch die Obergrenze begrenzt. Die genaue Berechnung steht im Vertrag mit Brain Capital.

Beispiel Schweiz (SWISS-Darlehen): 90 Raten à CHF 1'000 ergeben CHF 90'000 plus Zins, verteilt auf siebeneinhalb Jahre. Pro Jahr sind das CHF 12'000 plus Zins. Bei einem Einstiegslohn von rund CHF 89'000 (laut Blick) entspricht das rund 13 % vom Brutto. Die Rate bleibt gleich, während dein Lohn steigt; ihr Anteil sinkt also mit der Zeit.

WichtigDas Rechenbeispiel berücksichtigt weder Steuern noch Sozialabgaben, Zinsen oder Lohnentwicklung. Lass dir vor der Unterschrift die Vertragsunterlagen geben und rechne mit deinen eigenen Annahmen, bei Bedarf mit einer unabhängigen Beratungsstelle.

Was gilt bei privaten Flugschulen?

Private Flugschulen (ATO) bilden ebenfalls bis zur Verkehrspilotenlizenz aus, oft ohne DLR-Test als Pflicht. Die Finanzierung liegt dort aber in der Regel ganz bei dir, und eine Einstellungsabsicht einer Airline gibt es meist nicht.

Die Preise unterscheiden sich stark, je nach Land, Schule und Modell. Bei der integrierten Ausbildung absolvierst du alles am Stück, bei der modularen erwirbst du die Lizenzen Schritt für Schritt und kannst nebenher arbeiten. Seriöse Pauschalzahlen gibt es nicht, deshalb nennen wir keine. Hol konkrete Angebote ein und prüfe, was im Preis enthalten ist: Prüfungs- und Landegebühren, zusätzliche Flugstunden, Unterkunft, Type Rating.

Finanziert wird meist über Ersparnisse, Familie oder einen Bankkredit mit fixer Rate. Das Risiko, danach nicht sofort eine Stelle zu finden, trägst du selbst. In der Schweiz richtet sich die Finanzhilfe des Bundes laut BAZL an angehende Berufspilotinnen und Berufspiloten, die eine Anstellung bei einem Schweizer Aviatikbetrieb nachweisen können; ob dein Ausbildungsweg die Bedingungen erfüllt, erfährst du direkt beim BAZL. Wann eine private Flugschule eine sinnvolle Alternative ist, besprechen wir im Artikel DLR-Test nicht gereicht: Plan B.

Welche Fragen solltest du vor der Unterschrift klären?

Kläre vor allem, was passiert, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Die Details stehen im Vertrag.

  1. Was passiert, wenn ich die Ausbildung abbreche oder das Medical verliere?
  2. Was gilt, wenn ich nach der Ausbildung keine Stelle bei einer Airline der Gruppe bekomme?
  3. Welcher Zinssatz gilt aktuell für das SWISS-Darlehen, und ab wann läuft er?
  4. Welche Bedingungen knüpft das BAZL an den Bundesbeitrag, und was passiert, wenn ich sie nicht erfülle?
  5. Wie wird bei Brain Capital das Einkommen definiert, und wie funktioniert die Obergrenze genau?

Verbindlich beantworten das nur die EFA, SWISS, Brain Capital und das BAZL.

Der erste Schritt kostet dagegen wenig: das DLR-Zertifikat. Wer sich darauf vorbereitet, nutzt die offizielle Vorbereitungssoftware des DLR und ergänzend zum Beispiel den DLR Test Trainer, eine unabhängige iPhone-App mit zehn Trainingsmodulen, die nicht mit dem DLR verbunden ist. Was nach dem Test folgt, steht in DLR-Test bestanden: Was kommt danach?.

Quellen

Häufige Fragen

Die Ausbildung an der European Flight Academy, der Flugschule der Lufthansa Group, kostet in Deutschland 130'000 € (Stand: September 2026). Darin sind laut EFA Theorie, Praxis, Material, Prüfungen, der Flug in die USA, die Unterkunft dort und die Uniform enthalten. DLR-Zertifikat, Medical, US-Visum und iPad zahlst du zusätzlich selbst.

Geschrieben vonNoa Walser

Entwickelt DLR Test Trainer und bereitet sich selbst auf den DLR-Test vor. Schreibt hier über Testarten, Strategien und den Weg ins Cockpit – unabhängig, mit Quellen und ohne Originalaufgaben. Mehr über mich