Pilot werden als Schülerin oder Schüler mit 15 bis 17

Pilot werden als Schüler – DLR-Zertifikat ab 16, EFA ab 17, SPHAIR von 17 bis 23. Was sich mit 15 bis 17 lohnt, was warten darf und was Eltern wissen müssen.

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Pilot im Cockpit blickt konzentriert auf die Instrumente
Kurz gesagt

Das DLR-Zertifikat ist ab 16 möglich, gilt aber nur 2 Jahre, die EFA-Ausbildung beginnt frühestens mit 17. Mit 15 bis 17 zählen vor allem Englisch auf B2, Mathe und Physik, Kopfrechnen und erste Flugerfahrung, etwa im Segelflug oder in der Schweiz mit SPHAIR (17 bis 23 Jahre).

Du bist 15, 16 oder 17, willst ins Cockpit und fragst dich, ob du jetzt schon etwas tun kannst oder einfach warten musst, bis die Schule vorbei ist. Es gibt einiges, was sich in diesem Alter lohnt, und fast nichts davon kostet viel Geld.

Dieser Artikel zeigt dir, ab welchem Alter welcher Schritt möglich ist, wie du das DLR-Zertifikat zeitlich klug legst und welche Fähigkeiten du schon in der Schule aufbauen kannst. Am Ende gibt es einen Abschnitt für Eltern. Alle Angaben haben den Stand September 2026, die Quellen sind unten verlinkt. Regeln ändern sich, verbindlich sind die offiziellen Seiten des DLR, der European Flight Academy (EFA) und von SPHAIR.

Ab welchem Alter kann ich den DLR-Test machen und wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das Mindestalter für das DLR-Zertifikat Cockpit beträgt laut DLR 16 Jahre. Weil das Zertifikat nur 2 Jahre gültig ist, ist der frühestmögliche Termin aber selten der beste.

Die wichtigsten Altersgrenzen auf einen Blick (Stand: September 2026):

AlterWas möglich istQuelle
14Mindestalter für den ersten Alleinflug im SegelflugzeugEU-Verordnung 1178/2011 (FCL.020)
16DLR-Zertifikat Cockpit; Segelfluglizenz; erster Alleinflug im MotorflugzeugDLR; EU-Verordnung 1178/2011
17EFA Deutschland: Mindestalter bei Ausbildungsbeginn; EFA Schweiz: Mindestalter bei Bewerbung; SPHAIR Pilot/-in (17 bis 23 Jahre); Privatpilotenlizenz PPLEFA; sphair.ch; EU-Verordnung 1178/2011
18Berufspilotenlizenz CPL; du kannst Verträge selbst abschliessenEU-Verordnung 1178/2011; DLR
21Verkehrspilotenlizenz ATPLEU-Verordnung 1178/2011

Die Segelflugregeln stehen inzwischen in einer eigenen EU-Verordnung. Die aktuell gültigen Altersgrenzen nennt dir jeder Segelflugverein.

Für das Timing des DLR-Zertifikats sind drei Fakten entscheidend:

  • Gültigkeit 2 Jahre. Wer den Test am 16. Geburtstag macht, hält mit 18 ein abgelaufenes Zertifikat in der Hand, vielleicht noch vor dem Schulabschluss.
  • Bewerbung vor dem Abitur ist möglich. Laut EFA-FAQ kannst du dich mit dem DLR-Zertifikat bewerben, bevor du das Abitur hast. Das Zeugnis muss spätestens zum Ausbildungsbeginn vorliegen.
  • Wiederholung ist möglich. Das DLR empfiehlt eine Wartezeit von 6 Monaten, es müssen alle Bereiche neu absolviert werden. Fällt das erste Zertifikat besser aus, kannst du es weiter verwenden. Mehr dazu unter Kann man den DLR-Test wiederholen?

Rechne deshalb vom frühestmöglichen Ausbildungsbeginn zurück. Für die meisten liegt ein guter Testtermin im letzten oder vorletzten Schuljahr. So bleibt Zeit für eine ruhige Vorbereitung und notfalls für einen zweiten Versuch, und das Zertifikat gilt bei der Bewerbung noch. Alle Details zum Alter stehen auf der Seite DLR-Test: Mindestalter.

WichtigDas Zertifikat enthält kein Bestanden oder Nicht-bestanden, sondern Ratings je Bereich. Welche Ratings nötig sind, legen Airline oder Flugschule fest. Ein zu früher, schlecht vorbereiteter Versuch bringt dir also wenig.

Welche Schulfächer und Fähigkeiten zählen wirklich?

Am meisten bringen dir Englisch, Mathematik und Physik, dazu ein trainiertes Arbeitsgedächtnis. Einen bestimmten Notenschnitt brauchst du nicht: Die EFA hat keinen Numerus clausus, weil der Schnitt laut EFA wenig über die Erfolgschancen in den Eignungstests aussagt. Der Abschluss selbst zählt aber. In Deutschland verlangt die EFA Abitur oder Fachhochschulreife, in der Schweiz Matura, Berufsmatura, FH-Zulassung oder ein EFZ.

Englisch auf B2 bringen. Die EFA verlangt fliessendes Englisch, nachgewiesen durch ein DLR-Rating A oder B im Englischtest oder ein B2-Zertifikat (zum Beispiel Cambridge, IELTS, TOEFL oder TOEIC). Das ist mit Schulenglisch erreichbar, wenn du die Sprache wirklich benutzt: Serien und Videos im Original, englische Bücher und Podcasts, vielleicht ein Austausch. Was im Test drankommt, steht im Artikel zum Englischtest (ENS) und auf der Seite DLR-Test: Englisch-Niveau. In der Schweiz kommt Deutsch auf mindestens B2 dazu, Französisch oder Italienisch sind von Vorteil.

Mathe und Physik ernst nehmen. Im DLR-Test liegen beide Fächer auf dem Niveau Mittelstufe bis Gymnasium: Prozentrechnung, Einheiten, Geschwindigkeit-Zeit-Distanz, Formeln wie F = m·a, U = R·I oder p = F/A. Wer den Stoff in der Schule sauber versteht, muss später nur noch auffrischen.

Kopfrechnen spielerisch trainieren. Im Test werden Rechenaufgaben vorgelesen, gerechnet wird ohne Papier. Das kannst du nebenbei üben: beim Einkaufen den Gesamtbetrag überschlagen, Prozente bei Rabatten ausrechnen, aus Strecke und Tempo die Fahrzeit schätzen, Quadratzahlen auswendig lernen. Strategien findest du im Artikel zum Kopfrechnen (KRN).

Arbeitsgedächtnis und Konzentration. Tests wie Zahlenfolgen rückwärts oder das visuelle Gedächtnis verlangen, Informationen kurz im Kopf zu halten und laufend zu aktualisieren. Das trainierst du auch im Alltag: Telefonnummern rückwärts aufsagen, Merkspiele, ein Instrument, Sport mit schnellen Entscheidungen. Wenn du die Testformate schon einmal sehen willst, kannst du im DLR Test Trainer vier Module dauerhaft gratis ausprobieren. Die App ist unabhängig vom DLR, und intensives Training lohnt sich erst, wenn ein Testtermin in Sicht ist.

Wie sammle ich als Schüler erste Flugerfahrung?

Am günstigsten über einen Segelflugverein oder einen Schnupperflug, in der Schweiz ab 17 zusätzlich über SPHAIR. Pflicht ist das alles nicht: Die EFA verlangt keine Vorerfahrung. Aber du findest heraus, ob dir das Fliegen wirklich liegt.

Segelflug. Nach den europäischen Lizenzregeln ist der erste Alleinflug im Segelflugzeug schon mit 14 möglich, die Segelfluglizenz mit 16. Segelfliegen findet in Vereinen statt, in denen man auch am Boden mithilft. Du lernst dabei Wetter, Luftraum, Funk und Teamarbeit kennen. Kosten und Konditionen unterscheiden sich je nach Verein, frag direkt bei einem Verein in deiner Nähe nach.

Schnupperflug. Viele Flugschulen und Vereine bieten Schnupperflüge an, bei denen du mit einer Fluglehrerin oder einem Fluglehrer selbst am Steuer sitzt.

SPHAIR (nur Schweiz). SPHAIR ist ein Eignungsabklärungsprogramm für den fliegerischen Nachwuchs, das mit einem vom Bund anerkannten Zertifikat abschliesst. Laut sphair.ch richtet es sich an Menschen von 17 bis 23 Jahren (Offiziere bis 24) mit Schweizer Pass, die gesund und fit sind und Deutsch, Französisch oder Italienisch sprechen. Eine Brille bis +/- 6 Dioptrien ist laut SPHAIR möglich. Der Ablauf:

  1. Eintägiges Screening am Fliegerärztlichen Institut (FAI) in Dübendorf.
  2. Nach bestandenem Screening ein zweiwöchiger Flugkurs mit 10 Flugstunden an einer Partner-Flugschule, jeweils in den Schulferien.
  3. Am Ende steht ein Zertifikat, im besten Fall mit Empfehlung als Airline- oder Militärpilot/-in.

Laut Aero-Club der Schweiz trägt der Bund die Kosten grösstenteils. Für die Luftwaffe ist das SPHAIR-Zertifikat Pflicht, für eine Airline-Karriere und die Ausbildungsbeiträge des Bundes laut SPHAIR von Vorteil. Für den Weg zu SWISS zählt es doppelt: Laut EFA können SPHAIR-Absolventinnen und -Absolventen sich direkt bewerben und brauchen keinen DLR-Test, sofern das Zertifikat eine Empfehlung als Berufspilot enthält und weniger als 5 Jahre alt ist. Wie es danach weitergeht, steht im Artikel Pilot werden bei SWISS.

Was sollte ich früh klären: Medical und Finanzierung?

Beides musst du mit 15 nicht lösen, aber du solltest früh verstehen, worum es geht.

Medical. Verkehrspilotinnen und -piloten brauchen ein EASA-Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1. Bei der EFA ist es erst nach Test und Assessment fällig. Laut EFA ist eine Sehschwäche, die mit einer Brille korrigiert wird, nicht automatisch ein Ausschluss. Wenn du eine starke Brille trägst, beim Farbsehen unsicher bist oder eine chronische Erkrankung hast, kann ein frühes Gespräch mit einer Fliegerärztin oder einem Fliegerarzt trotzdem sinnvoll sein. Laut Luftfahrt-Bundesamt muss die Erstuntersuchung der Klasse 1 in einem flugmedizinischen Zentrum (AeMC) erfolgen. Ob sich das für dich lohnt, besprichst du mit deinen Eltern und einem solchen Zentrum. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Mehr Einordnung gibt es im Artikel Pilot werden mit 30, mit Brille oder ohne Abitur.

Finanzierung. Die Ausbildung ist teuer, muss aber nicht bar bezahlt werden. Die EFA nennt für Deutschland 130'000 € und für die Schweiz CHF 150'000 (Stand: September 2026), jeweils mit Finanzierungsmodellen, bei denen der grösste Teil erst nach der Ausbildung aus dem Lohn zurückgezahlt wird. In der Schweiz gibt es zusätzlich einen Bundesbeitrag. Konditionen ändern sich, und das hier ist keine Finanzberatung. Die aktuellen Zahlen und Bedingungen stehen im Artikel Pilotenausbildung: Kosten und Finanzierung.

Was muss ich mit 15 noch NICHT tun?

Du musst mit 15 weder teure Vorbereitungskurse buchen noch Flugstunden im Motorflugzeug bezahlen. Die folgenden Dinge dürfen warten:

  • Teure Testkurse und Seminare. Mit der Einladung zum DLR-Test erhältst du Unterlagen und Zugangsdaten zur offiziellen Vorbereitung. Das DLR empfiehlt, die vorgegebenen Trainingseinheiten über drei Wochen zu verteilen. Gezieltes Testtraining Jahre im Voraus bringt wenig.
  • Den DLR-Test so früh wie möglich ablegen. Wegen der Gültigkeit von 2 Jahren läuft ein Zertifikat mit 16 oft ab, bevor du es brauchst.
  • Eine PPL als Eintrittskarte. Die EFA verlangt keine Flugerfahrung. Eine Privatpilotenlizenz ist erlaubt, aber keine Voraussetzung.
  • Ein perfektes Zeugnis. Es gibt keinen NC. Wichtig ist, dass du den nötigen Abschluss erreichst.

Was dagegen heute schon zählt: Englisch, Mathe, Physik, Schlaf, Sport und Aufgaben, bei denen du im Team Verantwortung übernimmst. Im Assessment Center der Lufthansa Group geht es später um soziale Kompetenz, Persönlichkeit und Gruppenübungen. Das lernt man im Verein oder im Nebenjob, nicht im Testkurs.

Was sollten Eltern wissen?

Bis zum 18. Geburtstag sind die Erziehungsberechtigten Vertragspartner des DLR, nicht das Kind. Ohne Eltern geht die Anmeldung zum DLR-Zertifikat unter 18 also nicht. Weitere Punkte, die für Eltern wichtig sind (Stand: September 2026):

  • Kosten des Tests. Beim DLR direkt kostet das Zertifikat 2026 417.69 € zuzüglich Mehrwertsteuer. Über den Webshop der EFA kostet ein Termin regulär 427 €, für Termine bis 31.12.2026 gibt es laut EFA eine Herbstaktion für 327 € mit Rabattcode. Solche Aktionstermine sind nicht umbuchbar oder erstattbar. Dazu kommen Anreise und eventuell eine Übernachtung.
  • Ort und Dauer. Der Test findet nur in Präsenz statt. Das DLR nennt Köln und Hamburg, ab Oktober 2026 zusätzlich Wien. Die EFA bietet Termine in Hamburg, Mailand und Zürich an. In Hamburg dauert der Tag etwa von 08:00 bis 17:00 Uhr.
  • Kein Urteil über Ihr Kind. Das Zertifikat enthält keine Auswahlentscheidung. Jede Person erhält ein Zertifikat mit Ratings, die Mindestwerte legen Airlines und Flugschulen selbst fest.
  • Finanzierung. In Deutschland nennt die EFA einen Eigenanteil von 10'000 €, den Rest deckt der Bildungsfonds Brain Capital mit einkommensabhängiger Rückzahlung. Die Ausbildung ist laut EFA BAföG-fähig. In der Schweiz gibt es den Bundesbeitrag und ein Ausbildungsdarlehen der SWISS. Bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen bei den offiziellen Stellen.
  • Plan B mitdenken. Ein guter Schulabschluss bleibt wertvoll, auch wenn es mit dem Cockpit nicht klappt.

Quellen

Häufige Fragen

Das Mindestalter für das DLR-Zertifikat Cockpit beträgt laut DLR 16 Jahre. Unter 18 sind die Erziehungsberechtigten Vertragspartner des DLR. Weil das Zertifikat nur 2 Jahre gültig ist, lohnt sich der Test meist erst im letzten oder vorletzten Schuljahr.

Geschrieben vonNoa Walser

Entwickelt DLR Test Trainer und bereitet sich selbst auf den DLR-Test vor. Schreibt hier über Testarten, Strategien und den Weg ins Cockpit – unabhängig, mit Quellen und ohne Originalaufgaben. Mehr über mich